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Zwischen Augsburg und den Alpen
Der westlichste Punkt der Sisi-Straße ist die Fuggerstadt Augsburg. In der Maximilianstraße wohnte der Bruder Elisabeths, der als Offizier in Augsburg lebte. Herzog Ludwig lernte hier die jüdische Schauspielerin Henriette Mendel kennen. Er heiratete sie 1859 – ein Skandal… Die erste (auch noch uneheliche) Tochter aus dieser Ehe führte ein Leben wie aus einem Hollywood-Drehbuch. Marie Louise Elisabeth von Larisch-Wallersee war Sisis Lieblingsnichte. Doch dann löste sie die Tragödie von Mayerling aus, bei der Elisabeths einziger Sohn Rudolf Selbstmord beging. Sie wurde vom Hof verbannt, ging nach Amerika und kam nach Augsburg zurück, wo sie 1940 verarmt starb. Unbeschwerte Kindheitstage erlebte die kleine Sisi wenige Kilometer von Augsburg entfernt im „Wittelsbacher Land“ um Aichach. Im kleinen Stadtteil Unterwittelsbach entdeckt man das Sisi-Schloss, das von 1838 bis 1850 die bevorzugte Sommerresidenz ihres Vaters Herzog Max in Bayern war. Auch das nahe Schloss in Kühbach und das Jagdschlösschen Rapperzell gehörten Sisis Vater, der im Wittelsbacher Land ein riesiges Jagdrevier besaß. Bei Ausstellungen im Sisi-Schloss sieht man das Fotoporträt von Herzog Max, das er einer Aichacher Wirtin schenkte. Im Schlosspark soll Sisi mit ihrem Pony geritten sein. Im nahen Oberwittelsbach sieht man eine Wallfahrtskirche, ein Wittelsbacherdenkmal und Mauerreste der 1209 zerstörten Burg, nach der sich alle Wittelsbacher nannten. Von Augsburg oder Aichach aus ist man in weniger als einer Autostunde sowohl in München – der Geburtsstadt Elisabeths von Österreich – als auch am Starnberger See. Dort liegt – in der Gemeinde Pöcking – Schloss Possenhofen. Es war seit 1834 die Sommerresidenz von Sisis herzoglicher Familie (heute in Privatbesitz). Das aus einer Privatsammlung hervorgegangene Kaiserin Elisabeth-Museum erinnert seit 1998 in den historischen Räumen des Prunkwartesalons des Bahnhofs Possenhofen an Kaiserin Elisabeth und ihre Familie, vor allem auch in Bezug auf den Starnberger See. Die kleine Elisabeth verbrachte regelmäßig die Sommermonate mit ihren Eltern im zehn Gehminuten entfernten Schloss Possenhofen. Mit ihrem Cousin – König Ludwig II. – traf sie sich auf der Roseninsel, die rund 30 Gehminuten südlich liegt. Das Museum zeigt daher neben Bildern und Druckerzeugnissen, Erinnerungsstücken, Literatur und Zeitdokumenten zur Kaiserin und ihrer Familie auch Exponate zu König Ludwig II. sowie zum Starnberger See. Possenhofen befindet sich gegenüber von Schloss Berg, wo König Ludwig II. 1886 auf mysteriöse – bis heute nicht geklärte – Weise im See zu Tode kam. Seine schöne Cousine Elisabeth traf der äußerst exzentrische Bayernkönig auf der Roseninsel bei Feldafing, die man heute wieder besichtigen kann. Kaiserin Elisabeth hatte im Sommer regelmäßig ihre Heimat am Starnberger See besucht. Auf die Roseninsel zogen sie und König Ludwig II. sich vor dem Hofzeremoniell und der Öffentlichkeit zurück – es war einer ihrer Lieblingsorte. 1853 hatte König Maximilian II. von Bayern diese Insel einer Fischerfamilie abgekauft. Vom bedeutendsten deutschen Gartenarchitekten des 19. Jahrhunderts – Peter Joseph Lenné – geplant entstand dort ein Park um den namensgebenden Rosengarten. Der Park und das Rosarium wurden wiederhergestellt, Führungen auf der Insel und im Casino sind möglich (Überfahrt mit der Fähre vom Glockensteg im Feldafinger Park). Im Sommer finden „Roseninsel-Konzerte“ statt. An König Ludwig II. erinnert heute vor allem Schloss Neuschwanstein in Schwangau bei Füssen. Entlang der „Romantischen Straße“ kommt man von Augsburg aus zum Traumschloss des bayerischen Königs. Die ältere Schwester der Kaiserin – Helene – war ursprünglich als künftige Ehefrau von Kaiser Franz Joseph vorgesehen gewesen, der sich dann jedoch für Elisabeth entschied. Helene heiratete nach Regensburg und blieb in Bayern. 1858 zog sie mit ihrem Mann, dem Erbprinzen Maximilian Anton von Thurn und Taxis in Regensburg ein. Im Schloss St. Emmeram – bis heute die Hauptresidenz der Thurn und Taxis –lebte und wirkte die Schwester der Kaiserin. In Schloss, Verwaltung und Stadt hat sie ihre Spuren hinterlassen. Elisabeth besuchte ihre Schwester häufig und wohnte dabei im Schloss. Die engen verwandtschaftlichen Beziehungen zeigten sich in den Jagd und Sommeraufenthalten, die Kaiser und Kaiserin mit dem Erbprinzenpaar Maximilian und Helene verbrachten. Helene verstarb 1890 im Regensburger Schloss St. Emmeram – Elisabeth stand am Sterbebett. 1893 wurde das Sterbezimmer zur Hauskapelle.
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